STRAVA Rapha Festive 500 – 2013

Der Wahnsinn geht weiter. Strava hat den Challenge Rapha Festive 500 ausgerufen und das berittene Volk folgt ihm.  Insgesamt 31,552 Radfahrer haben sich weltweit registriert.

Rapha Festive 500

Give your legs the greatest gift this holiday by riding 500 kilometers with Rapha and Strava. Once again, Rapha and Strava are challenging riders around the world to clock 500 kilometers between Christmas Eve and New Year’s Eve…….

500 km gilt es zwischen den 24.12.2013 und dem 31.12.2013 zu pedalieren. Was gibt es zu gewinnen? Einen Stoffaufnäher, der Zugang zu einem exclusiven Rapha-Shirt und natürlich wer möchte: eine mögliche Erkältung, Streit mit der Familie, Erfahrungen, Einsamkeit und Verzweiflung unterwegs….

Also, ich bin dabei. Ich habe 8 Tage Zeit. Jedoch möchte ich nach 5 Tagen fertig sein. Nach meiner Tour mit 640 km in 3 Tagen sollte das eigentlich machbar sein.

Rapha Festive 500 – Tag 1 – 24.12.2013

Gegen 6 Uhr klingelt der Wecker. Etwas zum Frühstück, ab in die Radklamotten und los gehts. 100 km habe ich auf dem Plan. Direkt vor meiner Haustür befindet sich der Neckartalradweg. Ideal, um völlig Autofrei und fast ohne Höhenmeter die erste Strecke abzuspulen. Feuchtkalter Nebel begrüßt mich, aber damit war Ende Dezember zu rechnen. Kurz hinter Kirchheim am Neckar habe ich die Hälfte. Ich verfüttere das restliche Brötchen an paar Enten und fahre wieder heim. So dass ich frisch geduscht zu Mittag bei meiner Familie bin.

Am Heiligabend in der Kirche freue ich mich mit der sympathischen Pfarrerin, die die Faust ballt, da das einstudierte Programm mit den Kindern perfekt geklappt hat. Auch ein sportlicher Erfolg. Als meine Tochter das Lied Stern über Bethlehem vorspielt, erlebe ich wohl den ersten spirituellen Moment in meinem Leben. “….. Stern über Bethlehem, bleibe nicht stehn. Du sollst den steilen Pfad vor uns hergehn….” Bleibe nicht stehn? Steiler Pfad? “Keep on running” “Stillstand ist Rückschritt” …. Um diese Uhrzeit müssten die amerikanischen Radfreunde unterwegs sein. Die Australier liegen schon in den Betten. Welche Route nehme ich morgen?

Auf dieses Gedankenwirrwarr lasse ich mich gerne ein. Ich glaube nicht an Gott. Sport verbindet die Menschen weltweit, egal welcher Rasse und welcher Religion. Ich bin bei dieser Challenge dabei und mir ist es egal, an welchem Gott die anderen Teilnehmer glauben. Wir möchten nur Fahrrad fahren!

Rapha Festive 500 – Tag 2 – 25.12.2013

Eine große Runde um Stuttgart mit ca. 100 km.

Nicht spektakulär. Der Sonnenaufgang am Flughafen war Klasse, der einsetzende Regen im letzten Drittel weniger. Fertig. Am Abend genieße ich die sonnigen Bilder der anderen Teilnehmer.

Rapha Festive 500 – Tag 3 – 26.12.2013

Heute nochmal eine Sicherheitsrunde wie am Tag 1. Es schüttet die ganze Zeit. Die kalten Füße machen mir es nicht leichter. Das Challenge-Monster hat wieder 70 km zum Fressen bekommen. Erledigt.

Rapha Festive 500 – Tag 4 – 27.12.2013

Auf nach Freudenstadt in den Schwarzwald! Ca. 90 km stehen auf den Programm. Es ist kalt, aber herrlicher Sonnenschein. Leider hat die Sonne nicht alle vereisten Stellen aufgetaut. So zieht es mir in einer Kurve das Vorderrad weg. Instinktiv stürze ich jedoch richtig und fahre ohne Kratzer weiter.

Es geht Richtung Südwest. Das bedeutet: Sonne voll ins Gesicht. Meine Sonnenbrille liegt jedoch zu Hause und die Navigation mit meinem kleinen Garmin-Navi ist nicht einfach. Ständige harte Richtungswechsel, Gegenlicht, Autoverkehr…. Meine alte Bekannte schüttelt nur den Kopf als ich in Freudenstadt ankomme.

Rapha Festive 500 – Tag 5 – 28.12.2013 – Finale

Rückfahrt von Freudenstadt nach Stuttgart mit einer Verlängerung über Tübingen. Königsetappe. Wenn ich heute durchhalte, dann mache ich die 500 km voll. Pünktlich zum Start setzt Dauerregen ein. Zum Glück habe ich die Schuhe mit Frischhaltefolie umwickelt, dazu noch ein Paar halbwegs wasserdichte Überschuhe.

Es läuft gut, auch wenn paar Anstiege sehr lang sind. Kopfzerbrechen macht mir das Material. Die Schaltung knallt heftig, nur noch wenige Gänge sind möglich. Ja, das Material ist müde. Hoffentlich hält es noch durch.

Bei Kilometer 100 in Tübingen mache ich Pause. Bei strömenden Regen mampfe ich zwischen den hektischen Fußgängern meine Käsebrötchen und ein unheimliches Gefühl von Stärke überkommt mich. Bei schönen Wetter kann jeder Rad fahren. Ich bin der einzige Radfahrer weit und breit.

Stärke? Idiot! Das Material schlägt zurück. Die Schaltung kracht beim Weiterfahren immer stärker. Ich kann nichts finden, möchte jedoch nicht an der Schaltung rumschrauben, denn die eigentliche Ursache ist garantiert die verschlissene Kette. So fahre ich wie auf rohen Eiern die nächsten Kilometer. Immer mir der Angst, dass ich wegen Materialproblemen aufgeben müsste. Sonnabend Nachmittag wird mir garantiert niemand helfen können.

Aber das Glück ist auf meiner Seite. Ich finde den optimalen Gang und routiniert pedaliere ich nach Hause. Und knacke die 500 km – Marke.

Und da ist sie: Die Leere danach. Klar, ich könnte jetzt noch paar hundert Kilometer draufsetzen. Aber ich habe keine Lust mehr. “Ein gutes Pferd springt knapp”.

Strava Rapha Festive 500 2013. Ich war dabei. Zum Schluss erreichte ich Platz 6217 von 31.552 Teilnehmern weltweit und Platz 296 von 699 Teilnehmern in Deutschland.

Joseph Griffith aus Los Angeles schaffte 1.795 km und der Leipziger Jan Thielbeer wurde in Deutschland mit 1.001 km Erster.

Silvesterlauf 2013

Silvesterlauf 2013

Parallel zu Festive 500 fand noch  der Challenge “20+13”. 33 Meilen Laufen in 10 Tagen. Zu Silvester konnte ich damit ein klasse sportliches Jahr abschließen.

 

 

 

 

Die Strecken im Detail

Summe21:00294316.088502
ZeitHöhenmeterKalorienKilometer
24.12.13 Tag 14:065443.329101
25.12.13 Tag 24:146833.301103
26.12.13 Tag 32:53531.98470
27.12.13 Tag 44:211.2563.37590
28.12.13 Tag 55:264074.099138

Die Königsetappe Freudenstadt-Stuttgart

Weitere Radtouren findet man hier. Viel Spaß beim Lesen.

Kette rechts!

Maik

2 Kommentare auf “STRAVA Rapha Festive 500 – 2013”

  1. Klaus Wagenhäuser sagt:

    Hi Maik,
    Glückwunsch, tolle Leistung. Viele schöne Kilometer im neuen Jahr!

    Klaus

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